3-Jahres-Rückblick

Alle Leute schreiben Ende des Jahres oder Anfang des neuen Jahres einen Rückblick aufs vergangene Jahr, ich schreibe einen Rückblick auf die letzten 3 Jahre, denn in den letzten 3 Jahren hat sich bei mir vieles getan, positives wie negatives.

Eines der größeren Ereignisse und für mich besonders wichtig: ich bin jetzt seit 3 Jahren vegan. Für andere mag das vielleicht nicht lange sein, für mich jedoch schon. Ich habe früher viel Fleisch gegessen. Um nicht zu sagen: Massen. Ist schon fast peinlich das zuzugeben, aber so war das halt. Die vegane Ernährung hat sich rundum positiv auf meine (normale) Gesundheit ausgewirkt. Ich habe seitdem keine Sonnenallergie mehr, ich kann zum Training gehen, ohne das mir nach 10 Minuten die Knöchel wehtun. Sogar mein Asthma ist besser geworden, ich kann mittlerweile joggen gehen, ohne das mir nach ein paar Metern komplett die Luft wegbleibt. Ausserdem koche ich seit dem viel mehr und vor allem vielfältiger. Nagut, meine bessere Hälfte kocht dann mittlerweile doch viel öfter als ich. Wenn ich meine Eltern besuche, kochen sie vegan für mich, mein Vater benutzt sogar komplett andere Töpfe und Kochutensilien für mein Essen. Mein Freundeskreis, der eigentlich überwiegend aus Normalessern besteht, ist von unserem Essen begeistert und nur einige Ausnahmen stellen sich noch an und gehen, bevor sie zu uns kommen, lieber nochmal ins Steakhouse, damit sie ihr Aas essen können.

Dann hab ich mit diesem Blog angefangen, nachdem ich krank geworden bin. Durch meinen ziemlich schweren MS-Schub zu Weihnachten 2011 konnte ich nicht wirklich viel gehen und hab also dann mit diesem Blog angefangen. Zuerst bei Blogger, dann ist der Blog hierher „umgezogen“. Ich hab es mehr oder weniger geschafft, regelmässig zu bloggen, was jedoch in den letzten paar Monaten aufgrund meiner Ausbildung und dem damit verbundenen Praktikum sich als recht schwierig erwies und ich deshalb nicht mehr zum bloggen gekommen bin. Dieses Jahr soll auf jeden Fall wieder mehr gebloggt werden.

Was ich jedoch erschreckend finde in der veganen „Szene“ ist, dass es so viele Leute gibt, die sich über andere stellen. Dieses „ich bin der bessere Veganer“, finde ich einfach nervtötend. Ich finde es auch überheblich zu sagen „ich will nur noch mit Leuten zu tun haben, die kein Tier essen“. Ich will schließlich nicht meinen ganzen Freudneskreis austauschen. Und ist man wirklich so viel besser, nur weil man vegan lebt? Finde ich nicht, man kann trotz dessen, dass man vegan lebt, ein Riesenarsch sein.

Die „einzigen“ negativen Sachen, die mir passiert sind, war eigentlich die MS-Diagnose und dass daraus folgte, dass ich meine Pläne, einmal in einem Muay Thai Wettkampf mitzukämpfen, eher an den Nagel hängen kann, da ich einfach viel zu schnell kaputt bin, um wirklich dahin trainieren zu können. Das hieße nämlich 5x die Woche Training, dazu Ausdauertraining plus Ernährungsumstellung.

Viele machen sich zum neuen Jahr ja immer gute Vorsätze á la „Ich will so und so viel Kilo abnehmen“, „Ich will aufhören zu rauchen“ und so weiter. Ich habe mir vorgenommen, dass ich mir keine guten Vorsätze mache, da ich diese eh nicht durchsetzen könnte. Klar, etwas abnehmen wäre cool, hieße aber das ich nicht ständig krank sein dürfte und das kann ich nicht beeinflussen. Also will ich einfach nur Sport machen. Mehr bloggen. Mehr fotografieren. Sind irgendwo vielleicht schon Vorsätze, aber: wenns nicht so ganz klappt, dann ists auch nicht so schlimm. Soweit mein kleiner Rückblick. 🙂

 

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7 Kommentare zu „3-Jahres-Rückblick

  1. also ich finde schon, dass veganismus einen zu einem besseren menschen macht. nicht unbedingt besser als andere, aber besser als man vorher war. sonst würd ichs schließlich nicht machen. vielleicht bin ich aber trotzdem noch ein riesenarsch *g*
    3 jahre sind ne lange zeit… gratulation! so im nachhinein kommts einem gar nicht so lange vor, geht mir zumindest so.

    1. danke! 🙂 so lang kommt mir das auch nicht vor, war so „doch schon 3 jahre? oha!“ zumal ich von superfleischfresser direkt auf vegan umgestiegen bin. vegetarisch hab ich versucht, aber für mich zu inkonsequent. ja, also das mit dem „besser sein“ war auch auf die leute bezogen, die sich für was wirklich super toll besseres halten 😉 ich fühl mich auch besser, vor allem auch stolz dadrauf, dass ich ohne tierische sachen auskomme 🙂

  2. Ich war früher auch ein leidenschaftlicher Fleischesser und Vegetarier-Veräppeler. Nun gut, heute werde ich halt von den Fleischessern aufgezogen 😉

  3. Ich kann den Impuls nicht mit Nichtveganer zu tun zu haben zu wollen gut verstehen, um ehrlich zu sein. ich finde die ausbeute von Tieren so schlimm, dass es mir schwer fällt zu verstehen wieso man das ignorieren kann, wenn man es weiß.

    Andererseits würde ich auch nicht sagen „Ich habe nichts mehr mit Menschen zu tun, die viel Kleidung einkaufen gehen“ oder viele Elektrogeräte oder viel Kleidung aus sweat shops. Dabei ist das auch extrem schlimm. Ich denke nur, dass es unrealistisch ist nur mit Menschen zu tun zu haben die „alles richtig“ machen. Und es wäre auch nicht besonders interessant. Man zieht da eben an verschiedenen Stellen eine Grenze. ich könnte ja auch nicht mit Nationalisten zu tun haben. Interessanterweise war ich einmal kurz davor mich mit einer sehr rechts eingestellten person anzufreunden, aber das ging dann einfach nicht, weil mir ihre Weltvorstellungen zu schrecklich vorkamen. Dabei ist es ja auch immer interessant mit Menschen zu reden die so anders denken, da man gerade dann etwas verändern kann. Aber irgendwo ist eben die Grenze. Irgendwo hört die Toleranz auf, wenn Menschen Dinge tun die man als moralisch falsch ansieht. Und ich denke jeder hat ein Recht diese Grenze selbst zu bestimmen.

    1. Klar hat jeder das Recht, seine Grenzen selber zu bestimmen. Wenn man aber jedoch zum Beispiel ausgeschlossen wird, weil man fleischessende Freunde hat oder einem gesagt wird, warum man denn mit solchen Leuten zu tun hat, find ich das nicht gut. Meinen besten Kumpel kenne ich zum Beispiel seit 11 Jahren. Er isst Fleisch, weis um die ganze Produktion usw, möchte aber weiterhin Fleisch essen. Wenn er bei uns ist, gibt es nur veganes Essen, welches er immer sehr gerne isst und sich auch drauf einlässt ohne ein „Iiih, ne, das ess ich nicht.“ Was ich damit sagen will ist, dass ich nicht meinen langjährigen Freundeskreis aufgeben würde, nur weil ich auf einmal vegan lebe.

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